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DIE TUGENDEN: WERTE ZUM LEBEN |
Pia Theresia
Bühler / 128 Seiten / SFr. 17.40
Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2004 (Reihe Fundamente)
M. CASAL
Die große Verunsicherung in moralischen Fragen regt heute mehr denn je die Menschen dazu an, nach Anleitungen zu einem guten, gelungenen Leben zu suchen. Dabei kann die Unsicherheit manchmal nur noch größer werden, da viele Schriften, die sich damit auseinander setzen, aus dem Umfeld der New Age Bewegung kommen.
Pia Bühler hat es verstanden, den "alten" Begriff der Tugend neu und anziehend darzustellen. Gestützt auf die Heilige Schrift und bekannte Autoren wie Romano Guardini und Josef Pieper, ist ihr eine klare und einfache Darstellung des Themas gelungen.
Der erste Teil bietet einen geschichtlichen Überblick vom antiken Griechentum bis heute. Im zweiten Teil werden die Begriffe auf angenehme Art eingeteilt und erklärt. Die sog. Kardinaltugenden als Grundlagen eines guten Lebens kommen im dritten Teil zur Sprache.
Eine menschlich reife Lebenshaltung ergibt sich nach der klassischen christlichen Lehre aus dem harmonischen Zusammenspiel zwischen dem persönlichen Ringen um den Erwerb der Tugenden und dem Annehmen der Gnade und der Gaben des Heiligen Geistes. Eine lohnende Lektüre, tief und einfach zugleich.
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VERFÜHRT.
MANIPULIERT. PERVERTIERT. |
Christa
Meves / Zweite Auflage 2004, 208 Seiten
/ ISBN 3 935197-29-2
Resch-Verlag, Gräfeling www.resch-verlag.com / € 9,95
Was läuft in unserer Gesellschaft, in den Familien, bei den einzelnen Menschen wirklich ab? Wir haben ein unbehagliches Gefühl, dass manches nicht mehr stimmt und aus dem Lot geraten ist. Aber die Ursachen, von Einzelnen häufig gut erkannt, sind in der Öffentlichkeit tabuisiert. Ist - wie vor 50 Jahren - erst die nachfolgende Generation in der Lage, die gegenwärtige Situation zu erfassen? Lassen sich die heutigen Erscheinungen eines kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Niedergangs, des Sinnverlustes und der Orientierungslosigkeit vieler Menschen, allein als urtypische Dekadenz eines schlaff gewordenen Schlaraffenlandes umschreiben?
Nein. Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode: Kollektiverziehung wird unbeeindruckt durch die verheerenden Misserfolge dennoch als Modell der Zukunft installiert, die Männer werden feministisch abgehalftert und die Frauen zu Männinnen aufgeplustert. Sex und Perversionen werden Kindern als Lebensziel angepriesen, statt sie vor der Zerstörung ihrer Persönlichkeit, die mit dem vermeintlich gewonnenen Lustgewinn einhergeht, zu warnen und zu schützen.
Die bekannte Psychotherapeutin Christa Meves beschreibt in ihrem neuesten Buch "Verführt, Manipuliert, Pervertiert" Hintergründe dieser modischen Irrlehren und wartet mit konstruktiven Vorschlägen auf. Sie analysiert das heute gängige Bild, das von dem Mann, der Frau, der Familie, der Jugend und der Erziehung, vermittelt wird. Deutlich zeigt sie die Ursachen der Fehlentwicklungen auf. Sie bestätigen die Richtigkeit ihres Ansatzes. Denn bereits vor mehr als 30 Jahren hat sie die sich heute abzeichnende Situation prognostiziert.
Dem Leser werden verständlich die Folgen verdeutlicht, weil die Ursachen aufgedeckt und beschrieben werden. Die Autorin bleibt aber nicht beim Beschreiben der Fehlentwicklungen stehen, sondern zeigt auch auf, was getan werden kann, um dieser Entwicklung Herr zu werden. So stellt dieses Buch einen wertvollen Diskussionsbeitrag dar, wenn wir nicht ratlos vor all den Phänomenen, den gescheiterten Familien, der Aggressivität und Orientierungslosigkeit kapitulieren wollen.
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KINDER
SIND WIE EIN SPIEGEL |
Ross Campbell /
30. Auflage 2001, 111 Seiten.
Francke-Buchhandlung; 9,50 €. ISBN 3861223880
Das Buch wendet sich an Eltern von Kindern, die noch nicht zu den Jugendlichen gerechnet werden. Sein Ziel ist es, möglichst verständliche und praktische Tipps zur Erziehung der Kinder zu geben. Hauptthema: Die "bedingungslose" Liebe zum Kind - richtig verstanden.
Der Aufbau des Buches:
Stärken, Schwächen und Eigenheiten
Der US-amerikanische Psychiater und Ehe- und Erziehungsberater verbindet theoretische Erkenntnisse mit vielen praktischen Einsichten. Er schreibt gut verständlich und bietet viele praktische Beispiele und Anregungen.
Von Anfang scheint im Verlauf der Darlegungen durch, was erst in Kap. 12 ausdrücklich zur Sprache kommt: dass der Autor ein gläubiger Christ ist, vermutlich evangelisch-freikirchlich (Schriftstellen werden in der deutschen Übersetzung meist nach der Luther-Bibel zitiert), und dass sein Glaube in seinem Leben, in der Erziehung seiner Kinder und in seiner Berufsausübung eine wichtige Rolle spielt. Die Hl. Schrift wird aber zurückhaltend und nur dort zitiert, wo es auch wirklich gut hinpasst.
Bestimmte Aspekte werden - wohl in pädagogischer Absicht - sehr stark, manchmal auch übermäßig stark betont ("bedingungslos lieben", "konzentrierte Aufmerksamkeit" usw.). Sicher ist aber auch dem Autor bewusst, dass es in der Erziehung keine absoluten Erfolgsgaranten gibt, auch wenn er es so explizit nicht sagt.
Gesamtbewertung
Ross' Buch ist für die Zielgruppe sehr gut geeignet! Das kleine Handbuch ist heute zu Recht ein Klassiker mit insgesamt mehr als 100.000 verkauften Exemplaren.
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TEENAGER
BRAUCHEN MEHR LIEBE |
Ross Campbell
/ 15. Auflage 2003, 208 Seiten
Francke-Buchhandlung, 7,95 €. ISBN 3861226103
Zum Inhalt
Mit diesem Buch möchte der Autor den Eltern helfen, ihr Kind glücklich durch die Pubertät zu führen.
Gesamtbewertung
Das Buch ist eine geglückte Synthese von Theorie und Praxis, basierend auf einer positiven Grundeinstellung und gläubigen Haltung. Es ist gut und verständlich geschrieben und daher sehr zu empfehlen.
| SILENT WATERS Khamosh Pani |
Filmische Qualität: 3 von 5
Regie: Sabiha Sumar
Darsteller: Kirron Kher, Aamir Malik, Navtej Johar, Salman Shahid,
Shilpa Shukla, Sarfaraz Ansari, Shazim Ashraf
Land, Jahr: Pakistan / Deutschland / Frankreich 2003
Laufzeit: 96 Minuten
Genre: Drama
Publikum: Erwachsene
Einschränkungen: --
JOSÉ GARCÍA
Die gegenwärtige Diskussion um einen islamischen Fundamentalismus findet auch ihren Niederschlag im Kino. Im Jahre 2003 erhielten zwei Filme, die sich mit dieser Thematik auseinander setzen, an renommierten europäischen Filmfestivals bedeutende Preise: Wurde der erste nach dem Fall des Taliban-Regimes in Afghanistan gedrehte Spielfilm "Fünf Uhr am Nachmittag" der iranischen Regisseurin Samira Makhmalbaf in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury sowie mit dem Preis der ökumenischen Jury ausgezeichnet, so gewann beim 56. Filmfestival Locarno 2003 den Goldenen Leoparden, den Preis der Ökumenischen Jury sowie den Leoparden für die beste Hauptdarstellerin die erste pakistanische Produktion, die seit Jahren in den Westen gelangte: "Silent Waters" ("Khamosh Pani"), bei dem ebenfalls eine Frau Regie führte, die 1961 im pakistanischen Karachi geborene Sabiha Sumar.
Der nun im deutschen Kino startende "Silent Waters" spielt in einem abgelegenen Dorf im pakistanischen Punjab, wo sich im Jahre 1979 die Witwe Ayesha mit Koranstunden für junge Mädchen über Wasser hält. Ihre größte Sorge gilt jedoch ihrem verträumten siebzehnjährigen Sohn Saleem, der in seinem Leben keine Perspektive sieht, und sich die Zeit am liebsten mit der hübschen Schülerin Zubeida vertreibt.
Kaum sind die Hauptfiguren etabliert, geschehen zwei Ereignisse, die tief greifende Veränderungen in Ayeshas Leben sowie in der ganzen Region hervorrufen. Im Zuge der durch die Militärdiktatur des Generals Zia ul-Haq betriebenen Islamisierung Pakistans tauchen im Dorf plötzlich fundamentalistische Agitatoren auf, die unter dem Schutz des Dorfvorstehers die strenge Einhaltung islamischer Gesetze einfordern. Fasziniert von der Zielstrebigkeit dieser Gruppe, schließt sich ihr Saleem an - sehr zum Verdruss seiner Mutter. Die Ereignisse spitzen sich zu, als zum ersten Mal seit vielen Jahren eine Pilgerfahrt von Sikhs ins Dorf kommt.
Unter ihnen befindet sich Jaswant, der sich im Dorf auf die Suche nach seiner im Jahr 1947 verschollenen Schwester macht. Damals, zur Zeit der von ethnischen und religiösen Konflikten begleiteten Teilung des Subkontinents in die zwei Staaten Indien und Pakistan, trieben viele Sikhs ihre Frauen und Töchter in den Selbstmord, damit sie nicht in die Hände der einfallenden Moslems fielen. Jaswants Schwester weigerte sich jedoch, in den Dorfbrunnen zu springen. Sie blieb im Dorf, heiratete ihren Entführer und baute sich eine neue Existenz auf. Doch nun wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Anhand dieses Einzelschicksals setzt sich Regisseurin Sumar mit der Geschichte Pakistans, seiner Teilung sowie mit der Umwandlung in einen islamischen Staat auseinander.
Mit einem gleichmäßigen Erzählrhythmus und einer konventionellen Kameraführung, wobei das Objektiv hin und wieder eine Spur zu lang an den schönen Landschaftsbildern verharrt, verknüpft "Silent Waters" mit Hilfe der ausgebleichten Rückblenden gekonnt diese zwei Epochen der pakistanischen Geschichte, die Ayeshas Schicksal besiegelten.
Wirken die Figuren etwas holzschnittartig, so hat dies mit dem offensichtlichen symbolischen Charakter vor allem der Hauptperson zu tun, von der die Regisseurin sagt: "Sie ist auch die Frau in Bosnien, in Sri Lanka, in Afghanistan, im Irak." Sabiha Sumar wollte "ein universelles Dilemma" der Frauen erzählen, die im Schatten der Kriege in einen inneren Konflikt geraten.
Weil die Verzweiflungstat am Ende keine sinngebende
Handlung darstellt, keine Erlösung bedeutet, weil der Film in der Selbstzerstörung
den einzigen Ausweg aus der Isolation und der inneren Zerrissenheit kennt,
lässt "Silent Waters" den Zuschauer ratlos zurück. Mag
zwar der Film die gesellschaftlichen Folgen des islamischen Fundamentalismus
besser verstehen helfen, eine Perspektive zur Konfliktbewältigung, zur
Auseinandersetzung mit dem eigenen Schicksal zeigt er nicht auf.
| RUBY
& QUENTIN - DER KILLER UND DIE KLETTE Tais-toi! |
Filmische Qualität:
4 von 5
Regie: Francis Veber
Darsteller: Jean Reno, Gérard Depardieu, André Dussollier,
Richard Berry, Leonor Varela
Land, Jahr: Frankreich / Italien 2003
Laufzeit: 87 Minuten
Genre: Komödie
Publikum: alle
Einschränkungen: --
JOSÉ GARCÍA
Der französische Regisseur Francis Veber wurde einem breiten Publikum als Drehbuchautor der Komödie "Die Filzlaus" bekannt, die im Jahre 1973 mit Lino Ventura und Jacques Brel in den Hauptrollen inszeniert wurde. Diese handelte von einem redseligen Einfaltspinsel, der sich einem kühlen Killer aufdrängt. Die vergnügliche Geschichte hatte damals einen solchen Erfolg, dass 1981 kein geringerer als Billy Wilder mit dem Titel "Buddy, Buddy" ein "Remake" drehte, in dem Jack Lemmon den Killer und Walter Matthau die "Filzlaus", die sich an den Killer klettet, spielten.
Dem neuen Film Vebers "Ruby & Quentin. Der Killer und die Klette", bei dem der französische Altmeister nicht nur das Drehbuch schrieb, sondern auch Regie führte, liegt dieselbe Idee zugrunde. Wer aber befürchtete, dass Veber lediglich ein Remake seiner früheren Erfolge liefern würde, sieht sich angenehm überrascht: Wurde in "Die Filzlaus" und in "Buddy, Buddy" ein Mörder in einem Hotelzimmer von einem suizidgefährdeten Tolpatsch an der Ausführung seiner Tat gehindert, so ist die Handlung von "Ruby & Quentin" ungleich abwechslungsreicher.
Der Kleinkriminelle Quentin (Gérard Depardieu) und der Auftragskiller Ruby (Jean Reno) lernen sich in einer Gefängniszelle kennen. Dort wurden sie vom Kommissar und dem Gefängnispsychologen zusammen eingesperrt, in der Hoffnung, dass Quentin, der mit seiner Redseligkeit bereits etliche Zellengenossen in den Wahnsinn getrieben hat, auch den Gangster zum Sprechen bringt. Denn dieser hat die Beute seines Bosses versteckt und weigert sich, den Ort des Verstecks preiszugeben.
Doch Quasselstrippe Quentin schafft es nicht: Ruby schweigt beharrlich, was der leicht beschränkte Quentin als Zeichen von Freundschaft deutet: Schon träumt er von einem "Café bei den zwei Freunden", das er nach seinem Ausbruch aus dem Gefängnis eröffnen will. Der Ausbruch gelingt tatsächlich, und so macht sich das ungleiche Paar auf die Flucht, verfolgt sowohl von der Polizei als auch von den Gangstern.
Francis Veber gelingt es, die Balance zwischen lustiger Komödie und Actionfilm, in den sie abzugleiten droht, zu halten. Wenn auch der Film nicht über die gesamte Länge den gleichen Rhythmus halten kann, ist es dem erfahrenen Autor und Regisseur zu Gute zu halten, dass er die für klassische Komödien als Richtlinie geltenden 90 Minuten nicht auf jeden Preis erreichen wollte. Besonders erfreulich am Humor von "Ruby & Quentin": die Situationskomik schlittert nie ins für gegenwärtige Hollywood-Komödien allzu oft typisch Vulgäre hinein. Vielmehr wird hier dem Wortwitz ausgiebig gefrönt - wie etwa schon im Vebers Meisterwerk "Dinner für Spinner" (1998). Obwohl "Ruby & Quentin" nicht den Tiefgang dieser grandiosen Komödie besitzt, wird im neuen Veber-Film die Unterhaltung in keinem Augenblick seich. An manchen Stellen erinnert Gérard Depardieu Quentin an die Darstellung des einfachen Gemüts François Pignon durch Jacques Villeret in "Dinner für Spinner", ohne dass es sich um reine Nachahmung handeln würde.
Nicht nur Depardieu fühlt sich in der Darstellung
des liebenswürdigen Trottels sichtlich wohl; auch Jean Reno zeigt sich
in seiner Parodie auf seine eigenen Killer-Rollen, insbesondere auf die des
Auftragskillers in "León, der Profi" (1994), bestens aufgelegt.
Mit seinem ungleichen Paar bewegt sich Francis Veber in seinem Element, das
er seit nunmehr dreißig Jahren meisterhaft beherrscht.
Filmische Qualität:
5: Ausgezeichnet
4: Sehr gut
3: Gut
2: Durchschnittlich
1: Schlecht
Einschränkungen:
G: Gewalttätige Szenen
U: Unmoralische Grundidee
S: Szenen mit offenkundig erotisierender Absicht
X: Explizite sexuelle Szenen
D: Unangebrachte Dialoge oder Sprache
+/- bedeuten die Häufigkeit